Hitlers Machtergreifung

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Bearbeite nun die interaktiven Aufgaben.

Hitlers Machtergreifung – Geschichte Klasse 10 MSA
1933
GESCHICHTE · KLASSE 10 · MSA RHEINLAND-PFALZ

Hitlers Machtergreifung

Von der Ernennung zum Reichskanzler bis zum Tod Hindenburgs · 1933–1934

WEIMARER REPUBLIK NS-DIKTATUR 1933–1934 DEMOKRATIE-ENDE

Gesamtübersicht & Lernplan

JANUAR 1933 – AUGUST 1934

Was du für die MSA-Prüfung wissen musst

Die Machtergreifung Hitlers bezeichnet den Prozess, durch den die NSDAP zwischen Januar 1933 und August 1934 die demokratische Weimarer Republik in eine nationalsozialistische Diktatur umwandelte. Es war kein einmaliges Ereignis, sondern eine schrittweise Ausschaltung aller demokratischen Institutionen.

  • Verstehe die Chronologie der Ereignisse und deren logischen Zusammenhang
  • Erkenne, wie jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaute
  • Lerne die wichtigsten Gesetze und Verordnungen mit Datum
  • Analysiere, wer Verantwortung trug – auch jenseits von Hitler selbst
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REICHSKANZLER
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REICHSTAGSBRAND
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NEUWAHLEN
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ERMÄCHTIGUNG
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EINPARTEI
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RÖHM-PUTSCH
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TOD HINDENBURGS
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30. JANUAR 1933
Ernennung zum Reichskanzler
Hindenburg ernennt Hitler auf Druck konservativer Politiker zum Reichskanzler.
27./28. FEBRUAR 1933
Reichstagsbrand & Notverordnung
Brand des Reichstags – Nutzung als Vorwand zur Reichstagsbrandverordnung.
5. MÄRZ 1933
Reichstagswahl
Letzte Wahl mit mehreren Parteien – NSDAP erhält 43,9 % unter Terror und Einschüchterung.
23. MÄRZ 1933
Ermächtigungsgesetz
Reichstag überträgt die gesetzgebende Gewalt an Hitlers Regierung für 4 Jahre.
14. JULI 1933
NSDAP als einzige Partei
Gesetz gegen die Neubildung von Parteien – Deutschland wird Einparteienstaat.
30. JUNI – 2. JULI 1934
„Röhm-Putsch“ (Nacht der langen Messer)
Ermordung von SA-Führern und politischen Gegnern zur Sicherung der Macht.
2. AUGUST 1934
Tod Hindenburgs & Führereid
Hitler vereinigt Kanzler- und Präsidentenamt – Wehrmacht schwört auf ihn persönlich.

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I

Ernennung zum Reichskanzler

30. JANUAR 1933
Adolf Hitler, 1933
Hitler, 1933
(Bundesarchiv)

Hintergründe der Ernennung

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Dies geschah trotz Hindenburgs persönlicher Abneigung gegenüber Hitler.

  • Die NSDAP war nach den Wahlen vom November 1932 die größte Partei im Reichstag (33,1 %)
  • Konservative Politiker (Papen, Hugenberg) glaubten, Hitler „einrahmen“ und benutzen zu können
  • Die Weimarer Republik war durch Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und politische Instabilität geschwächt
  • Hitler war nur einer von wenigen NSDAP-Ministern im anfangs noch bürgerlichen Kabinett

Warum ließ Hindenburg Hitler ernennen?

  • Druck konservativer Kreise: Franz von Papen und andere Rechtskonservative drängten Hindenburg, Hitler zu ernennen
  • Kalkül der Konservativen: Sie wollten Hitler als Kanzler nutzen, ihn aber durch konservative Minister kontrollieren – ein fataler Irrtum
  • Massenarbeitslosigkeit: 6 Millionen Arbeitslose erzeugten politischen Druck – man erhoffte sich Stabilisierung
  • Scheitern demokratischer Koalitionen: Kein anderes Regierungsbündnis fand eine stabile Mehrheit
„Wir haben ihn uns engagiert.“ – Franz von Papen über Hitler, 1933
(Papen glaubte, Hitler kontrollieren zu können – er irrte sich grundlegend)

Bedeutung für die Geschichte

Die Ernennung erfolgte auf legalem Weg – Hitler wurde nicht durch einen Putsch Kanzler. Dies war entscheidend: Er nutzte die Legalität als Deckmantel, um die Demokratie von innen zu zerstören. Der 30. Januar 1933 gilt als Beginn des „Dritten Reiches“.

Hindenburg Papen Reichskanzler Machtergreifung NSDAP

Aufgaben – Reichskanzler

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
An welchem Datum ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Hitler gelangte durch einen bewaffneten Putsch an die Macht, nicht auf legalem Weg.
AUFGABE 3 · SINGLE CHOICE
Welcher konservative Politiker glaubte, Hitler als Reichskanzler „einrahmen“ zu können?
AUFGABE 4 · WAHR / FALSCH
Hindenburg ernannte Hitler, weil er ihn persönlich schätzte und seine politischen Ziele unterstützte.
AUFGABE 5 · MULTIPLE CHOICE
Wie viel Prozent der Stimmen erhielt die NSDAP bei der Reichstagswahl im November 1932?
II

Reichstagsbrand & Notverordnung

27./28. FEBRUAR 1933
Reichstagsbrand 1933
Reichstag brennt,
27. Februar 1933

Der Brand in der Nacht

In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brannte der Reichstag in Berlin. Als Täter wurde der niederländische Kommunist Marinus van der Lubbe verhaftet und gestand die Brandstiftung.

  • Die Nazis nutzten den Brand sofort als angeblichen Beweis für eine kommunistische Verschwörung
  • Ob van der Lubbe allein handelte oder die Nazis den Brand selbst legten, ist bis heute historisch umstritten
  • Hitler und Göring nutzten den Vorfall, um Notstandsrecht} zu rechtfertigen

Reichstagsbrandverordnung – 28. Februar 1933

Noch am nächsten Tag unterzeichnete Hindenburg die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, auch Reichstagsbrandverordnung genannt. Sie setzte entscheidende Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft:

  • Aufhebung der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit
  • Aufhebung des Briefgeheimnisses
  • Erlaubnis zur Schutzhaft ohne richterliche Anordnung (Grundlage für Konzentrationslager)
  • Ermöglichte Verhaftungswelle gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere Oppositionelle
„Das ist ein von Gott gesandtes Zeichen! Wenn dieses Feuer, so wie ich glaube, das Werk der Kommunisten ist, dann muss man mit diesem schädlichen Ungeziefer mit eiserner Faust umgehen!“ – Adolf Hitler, in der Nacht des Reichstagsbrands

Bedeutung der Verordnung

Die Reichstagsbrandverordnung blieb bis 1945 in Kraft. Sie war das juristische Fundament des NS-Terrors: Verhaftungen, Folter, Konzentrationslager – all das war nun formal „legal“. Der Brand gab Hitler den Vorwand, den er brauchte.

van der Lubbe Notverordnung Grundrechte Schutzhaft Art. 48 WRV

Aufgaben – Reichstagsbrand

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
Wer wurde für den Reichstagsbrand verhaftet und gestand die Tat?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Die Reichstagsbrandverordnung hob zentrale Grundrechte der Weimarer Verfassung dauerhaft außer Kraft.
AUFGABE 3 · DRAG & DROP – CHRONOLOGIE
Bringe die folgenden Ereignisse in die richtige chronologische Reihenfolge. Ziehe die Begriffe in die nummerierten Felder.
ZIEHE DIE BEGRIFFE →
Ermächtigungsgesetz
Ernennung zum Reichskanzler
Reichstagswahl (5. März)
Reichstagsbrand & Verordnung
RICHTIGE REIHENFOLGE (1 = zuerst)
1.Erstes Ereignis
2.Zweites Ereignis
3.Drittes Ereignis
4.Viertes Ereignis
AUFGABE 4 · SINGLE CHOICE
Welchen Begriff nutzte die NS-Regierung für die Verhaftung von Gegnern ohne Gerichtsbeschluss?
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Es ist bis heute historisch eindeutig bewiesen, dass die Nationalsozialisten den Reichstag selbst angezündet haben.
III

Neuwahlen – 5. März 1933

5. MÄRZ 1933

Die letzte freie Reichstagswahl

Kurz nach der Ernennung ließ Hitler den Reichstag auflösen und Neuwahlen für den 5. März 1933 ansetzen. Dies sollte der NSDAP eine parlamentarische Mehrheit verschaffen. Es war die letzte halbwegs freie Wahl bis 1949.

  • Wahlkampf unter massivem Terror: SA und SS schüchterten Gegner ein, Versammlungen anderer Parteien wurden gestört
  • Die Reichstagsbrandverordnung (4 Tage vorher) ermöglichte die Verhaftung von KPD-Funktionären
  • Göring als preußischer Innenminister setzte 50.000 SA/SS-Männer als Hilfspolizisten ein
  • Trotz Terror: NSDAP erhielt nur 43,9 % – keine eigene Zweidrittelmehrheit

Ergebnis der Wahl vom 5. März 1933

ParteiStimmen %Anmerkung
NSDAP43,9 %Größte Partei, aber keine Mehrheit
SPD18,3 %Trotz Terror zweitstärkste Kraft
KPD12,3 %Mandate nicht anerkannt (Verordnung)
Zentrum11,2 %Stimmte später für Ermächtigungsgesetz
DNVP (Papen)8,0 %Koalitionspartner der NSDAP

Mit DNVP-Stimmen: 51,9 % – noch immer keine Zweidrittelmehrheit → Ermächtigungsgesetz notwendig

Aufgaben – Neuwahlen

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
Welchen Prozentsatz erzielte die NSDAP bei der Wahl vom 5. März 1933?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Die Wahl vom 5. März 1933 fand in einem Klima völliger Freiheit und ohne Einschüchterung statt.
AUFGABE 3 · DRAG & DROP – ZUORDNUNG
Ordne die Parteien ihrem Wahlergebnis vom 5. März 1933 zu.
ZIEHE DEN PROZENTWERT ZUR PARTEI →
18,3 %
43,9 %
8,0 %
12,3 %
NSDAP
SPD
KPD
DNVP
AUFGABE 4 · SINGLE CHOICE
Warum war das Wahlergebnis trotz Terror für Hitler unbefriedigend?
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Die Mandate der KPD-Abgeordneten wurden aufgrund der Reichstagsbrandverordnung für nichtig erklärt.
IV

Das Ermächtigungsgesetz

23. MÄRZ 1933

Was ist das Ermächtigungsgesetz?

Das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ vom 23. März 1933 ist eines der entscheidendsten Dokumente der deutschen Geschichte. Es übertrug die gesetzgebende Gewalt vom Reichstag auf die Reichsregierung unter Hitler für vier Jahre.

  • Regierung durfte Gesetze ohne Zustimmung des Reichstags erlassen
  • Gesetze durften von der Verfassung abweichen
  • Damit war die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik faktisch beseitigt
  • Für die Verabschiedung war eine Zweidrittelmehrheit des Reichstags nötig
Abstimmung Ermächtigungsgesetz
Abstimmung im Reichstag,
23. März 1933

Abstimmung unter Einschüchterung

Die Abstimmung fand in der Kroll-Oper (der Reichstag war noch beschädigt) unter massivem Druck statt. SA und SS umstellten das Gebäude.

  • Ja-Stimmen: 444 (NSDAP, Zentrum, DVP, DNVP, BVP)
  • Nein-Stimmen: 94 – ausschließlich die SPD
  • KPD-Abgeordnete waren verhaftet oder geflohen
  • SPD-Vorsitzender Otto Wels hielt eine mutige Rede gegen das Gesetz
„Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ – Otto Wels, SPD-Vorsitzender, 23. März 1933 im Reichstag

Aufgaben – Ermächtigungsgesetz

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
Welche Partei stimmte als einzige gegen das Ermächtigungsgesetz?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Das Ermächtigungsgesetz erlaubte der Regierung, Gesetze ohne Zustimmung des Reichstags und sogar gegen die Verfassung zu erlassen.
AUFGABE 3 · SINGLE CHOICE
Welcher Prozentwert an Parlamentsstimmen war für die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes nötig?
AUFGABE 4 · DRAG & DROP
Ordne die Abstimmungsergebnisse den Parteien zu (Ermächtigungsgesetz, 23. März 1933).
✗ Dagegen (94 Stimmen)
Verhaftet / geflohen
✔ Dafür (444 Stimmen)
NSDAP, Zentrum, DNVP
SPD
KPD-Abgeordnete
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Otto Wels sprach sich im Reichstag mutig gegen das Ermächtigungsgesetz aus.
V

Die NSDAP als einzige Partei

APRIL – JULI 1933

Schritt für Schritt zur Alleinherrschaft

Nach dem Ermächtigungsgesetz begann die Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche. Die übrigen Parteien wurden schrittweise verboten oder lösten sich selbst auf.

DatumEreignis
April 1933SPD-Büros werden gestürmt, Vermögen beschlagnahmt
2. Mai 1933Gewerkschaften werden zwangsaufgelöst → Deutsche Arbeitsfront (DAF)
22. Juni 1933SPD offiziell verboten
27. Juni 1933DNVP löst sich auf
4. Juli 1933Zentrum löst sich auf
14. Juli 1933Gesetz gegen die Neubildung von Parteien → NSDAP einzige legale Partei

Gleichschaltung der Gesellschaft

  • Medien: Gleichschaltung der Presse, Rundfunk unter staatlicher Kontrolle (Goebbels)
  • Kultur: Reichskulturkammer – nur NS-konforme Künstler durften arbeiten
  • Bildung: NS-Lehrerbund, Hitler-Jugend, BDM
  • Justiz: Volksgerichtshof – politische Justiz nach NS-Ideologie
Gleichschaltung Einparteienstaat 14. Juli 1933 DAF

Aufgaben – Einparteienstaat

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
An welchem Datum wurde die NSDAP per Gesetz zur einzigen legalen Partei in Deutschland?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Die deutschen Gewerkschaften wurden von den Nationalsozialisten zwangsaufgelöst und durch die Deutsche Arbeitsfront (DAF) ersetzt.
AUFGABE 3 · DRAG & DROP – CHRONOLOGIE VERBOTE
Bringe die Verbote/Auflösungen in die richtige Reihenfolge.
Gesetz: NSDAP einzige Partei
Gewerkschaften aufgelöst (DAF)
SPD offiziell verboten
1.Zuerst
2.Dann
3.Zuletzt
AUFGABE 4 · SINGLE CHOICE
Was versteht man unter dem Begriff „Gleichschaltung“?
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Auch die konservative DNVP löste sich im Sommer 1933 auf, ohne dazu gesetzlich gezwungen worden zu sein.
VI

Der „Röhm-Putsch“

30. JUNI – 2. JULI 1934

Die SA und ihr Anführer Ernst Röhm

Die SA (Sturmabteilung) war Hitlers paramilitärische Kampftruppe gewesen – entscheidend beim Aufstieg der NSDAP. Ihr Anführer Ernst Röhm forderte eine „zweite Revolution“ und wollte die SA zur echten Volksarmee machen – auf Kosten der Reichswehr.

  • Röhm hatte die SA auf über 3 Millionen Mitglieder aufgebaut
  • Er forderte, dass die SA die Reichswehr ersetzen solle
  • Dies bedrohte Hitlers Bündnis mit dem Militär (wichtig für Hindenburgs Nachfolge)
  • Auch konservative Gegner Hitlers (Papen-Mitarbeiter) standen auf der Abschussliste

Die „Nacht der langen Messer“

In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 ließ Hitler die SA-Führung und weitere politische Gegner ermorden. Insgesamt wurden mindestens 85 Personen getötet – historiker schätzen bis zu mehrere Hundert.

  • Ernst Röhm wurde verhaftet und am 1. Juli 1934 erschossen
  • Auch konservative Kritiker wie Kurt von Schleicher (ehemaliger Reichskanzler) wurden ermordet
  • Durchgeführt von der SS (Schutzstaffel) unter Heinrich Himmler
  • Hitler behauptete nachträglich, er habe einen Putschversuch Röhms verhindert – historisch nicht belegt

Folgen und Bedeutung

  • Die SS wurde zur dominanten Machtstruktur im NS-Staat
  • Die Reichswehr akzeptierte die Morde – Hitler hatte bewiesen, er schützt ihr Monopol
  • Das Regime führte eine „legale“ Rechtfertigung nach: ein Gesetz erklärte die Morde rückwirkend für rechtmäßig
  • Hitlers Machtstellung war nun nahezu unangreifbar – weg war die innerparteiliche Opposition
SA Ernst Röhm SS Nacht der langen Messer Reichswehr

Aufgaben – Röhm-Putsch

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
Welche NS-Organisation führte die Ermordung der SA-Führung durch?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Ernst Röhm forderte, die SA solle die reguläre Reichswehr als Volksarmee ablösen.
AUFGABE 3 · MULTIPLE CHOICE
Wer war Ernst Röhm?
AUFGABE 4 · DRAG & DROP – URSACHEN & FOLGEN
Ordne zu: War der Begriff eine Ursache oder eine Folge des Röhm-Putsches?
SS wird dominante Macht
Röhm fordert SA-Vorrang über Reichswehr
Reichswehr akzeptiert Hitler
Bedrohung von Hitlers Militärbündnis
URSACHEN (2 Begriffe)
FOLGEN (2 Begriffe)
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Es ist historisch eindeutig belegt, dass Röhm tatsächlich einen Putsch gegen Hitler geplant hatte.
VII

Tod Hindenburgs & „Führer und Reichskanzler“

2. AUGUST 1934

Das Ende des letzten Gegengewichts

Reichspräsident Paul von Hindenburg starb am 2. August 1934 im Alter von 86 Jahren. Er war die letzte Institution, die theoretisch noch als Korrektiv gegen Hitler hätte wirken können. Mit seinem Tod fiel dieses letzte formale Hindernis.

  • Noch am selben Tag verabschiedete die Reichsregierung das „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches“
  • Es vereinte das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers in Hitlers Person
  • Hitler nannte sich fortan „Führer und Reichskanzler“
  • Das Gesetz wurde später in einem Volksbegehren nachträglich bestätigt (89,9 % Ja-Stimmen – unter propagandistischem Druck)

Der Führereid der Wehrmacht

Entscheidend war, dass die Wehrmacht unmittelbar nach Hindenburgs Tod einen neuen Eid auf Hitler persönlich ablegte – nicht auf die Verfassung oder das Vaterland.

„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid: Dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam zu leisten und als tapferer Soldat bereit zu sein, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ – Vereidigungstext der Wehrmacht, 2. August 1934
  • Dieser Eid band die Soldaten persönlich an Hitler – nicht an Staat oder Volk
  • Er machte Widerstand zu einem persönlichen Verrat
  • Er erklärt, warum militärischer Widerstand gegen Hitler so selten blieb

Abschluss der Machtergreifung

Mit dem Tod Hindenburgs war die Machtergreifung vollständig abgeschlossen. Hitler hatte in nur 18 Monaten (Januar 1933 – August 1934) die Weimarer Demokratie in eine totale Diktatur verwandelt – größtenteils auf formalem Wege.

Führereid Wehrmacht „Führer und Reichskanzler“ Diktatur 2. August 1934

Aufgaben – Tod Hindenburgs

PUNKTE 0 / 5
AUFGABE 1 · MULTIPLE CHOICE
Welchen Titel legte sich Hitler nach dem Tod Hindenburgs zu?
AUFGABE 2 · WAHR / FALSCH
Der Führereid der Wehrmacht verpflichtete die Soldaten auf die Verfassung des Deutschen Reiches.
AUFGABE 3 · SINGLE CHOICE
An welchem Datum starb Reichspräsident Paul von Hindenburg?
AUFGABE 4 · DRAG & DROP – GESAMTÜBERBLICK
Bringe alle 7 Schlüsselereignisse der Machtergreifung in die richtige chronologische Reihenfolge.
„Röhm-Putsch“
Reichstagswahl (5. März)
NSDAP einzige Partei
Ernennung zum Reichskanzler
Tod Hindenburgs
Ermächtigungsgesetz
Reichstagsbrand & Verordnung
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
AUFGABE 5 · WAHR / FALSCH
Die Vereinigung der Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler in Hitlers Person wurde nachträglich durch ein Volksbegehren bestätigt.